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Metal Upfront (CH)

SLAINE - Portal
Voilà! Das nenn' ich ein Demo! Von den üblichen Schwierigkeiten bezüglich der Produktion mal abgesehn, findet man auf dieser Scheibe sechs Songs die einem die Birne wegblasen. Warum ist die Band bloss noch von keinem Label entdeckt worden. Die winterthurer Death Metaller mixen in perfekten Proportionen Todesblei mit fast maidenartigen Gitarrenriffs. Lyrisch befindet sich SLAINE im Bereich Fantasy/J.R.R Tolkien. Wen die hier vorliegende CD noch nicht überzeugt, muss die Band mal live sehen. Reisserische Musik mit superbem Gitarrenspiel angeführt von einem charismatischen Sänger. Dem gibts nichts mehr anzufügen, ausser dass die CD über ein stimmungsvolles Booklet und einen genialen Labeldruck verfügt! Deathmetaller greift zu! 5/5 Punkten



Metal District (D)

Diese CD ist klasse. SLAINE aus der Schweiz spielen wuchtigen Pagan Death Metal, teils aggressiv und geradeaus, teils recht hymnisch. Die sechs Titel der CD sind wirklich allesamt voll und ganz überzeugend (es gibt keine Lückenfüller) und kommen mit einer saftigen Produktion daher (die Gitarren klingen einfach richtig brachial, heavy und satt). Lyrisch geht es ums Heidentum, den Herrn der Ringe und nordische Mythologie. Die CD hat mit "The Heathenking" gleich einen sehr wuchtigen Anfang. Ein richtiger Nackenbrecher mit einem messerscharfen Riff. "Tales From The Shadows" hat dann ein gesprochenes Intro, das von einer Akkustischen Gitarre untermalt wird. Eine bekannte Passage aus dem Herrn der Ringe ist es, die hier zitiert wird. Dieses Stück steht "The Heathenking" in keinem Punkt nach. Auch ein klasse Stück. "Ashes Of A Brave Man" hat dann schon ein bisschen was von einer Ballade. Gemäßigteres Tempo und ruhigere Passageren gibt es hier. Etwas gewöhnungsbedürftig war hier für mich lediglich der teilweise melodiöse (!) Death Metal Gesang.

"Caress Of Mine" ist dann aufgrund der Lead-Melodie etwas hymnenlastiger und mit knapp zwei Minuten auch der kürzeste Song der Platte. Weiter geht es dann mit "Dying In The Rain". Dieses Stück ist wieder sehr Death Metal lastig und hat wieder richtig diesen Voll-Auf-Die-Zwölf-Charakter. Die wuchtigen Riffs machen auch aus dieser Komposition einen heftigen Brecher. Stark. "R.A.D.A.R" nennt sich das Outro, dass nun folgt und mit melodiebetontem Gitarrensolos klingt dieses Stück schweizerischer Untergrund-Metal-Kultur nach insgesamt etwa 27 Minuten
Spielzeit (für eine Eigenproduktion durchaus genug) aus. Fazit: Auf technisch-spielerischer Ebene überzeugen SLAINE voll und ganz. Auch kompositorisch hat man einiges auf dem Kasten. Beeindruckt war ich insbesondere von der oben bereits angesprochenen Tatsache, dass es hier keine wirklichen Schwachpunkte gibt. Die Laufzeit dieser CD gestaltet sich somit sehr abwechslungsreich. Auch das das äußere dieses Werkes kann sich sehen lassen: Die gepresste CD hat ein Booklet mit Bandfoto und allen Texten. Zu haben ist die CD entweder bei der Band selbst unter der unten stehenden Adresse, oder hier in Deutschland im Vertrieb von Heavy Distortion Records (http://www.heavy-distortion.de.vu). 10/10 Punkten



Renewal (CH)

Wenn man die CD von Slaine (gegründet im Jahre 1994) zum ersten Mal betrachtet, neigt man schnell dazu, aufgrund des Booklets die Stilrichtung der Schweizer falsch einzuschätzen. Die düster dunkle Waldlandschaft, übrigens wirklich wunderschön gezeichnet, liesse doch eigentlich auf eine skandinavische Feldwaldwiesen-Folkmetalplatte schliessen. Aber da täuscht der erste Eindruck, denn Slaine spielen Death Metal, und zwar ziemlich rauhen und klassischen, meist im
mittleren Tempobereich. Da sich Slaine jedoch sehr zu den Kräften der Natur und der Mystik hingezogen fühlen, macht die CD Illustration wieder Sinn.

Mit dem Opener Heathenking wird zunächst klassischen Death Metal Songstrukturen gefrönt. Ein netter Titel, aber schon bei Tales From The Shadows erkennt man, dass Slaine durchaus in der Lage sind, noch ein Treppchen höher zu steigen. Tales From The Shadows war übrigens der erste Song, den Slaine überhaupt live gespielt haben, stellt also ein Stück Gründungsgeschichte dar. Dass es dieser Titel bis auf die Demo CD geschafft hat, wird sofort klar, wenn man ihn hört,
denn er kann als einer der Höhepunkte dieses Albums bezeichnet werden. Ein gesprochenes Intro, dessen Text von J.R.R. Tolkien stammt, groovende Riffs, melodische Leadgitarren, ein Uptempo Nümmerchen zischendurch und die beeindruckende Stimmgewalt des Vokalisten This erzeugen einen aussergewöhnlichen Titel, der schnell zum Ohrwurm heranwächst.

Ashes Of A Brave Man behält diese Schiene bei. Leicht epische und hymnische Gitarrenmelodien, ein paar Akustikeinlagen zur Verfeinerung und This, der sich als Melodicgrowler versucht, was in diesem Falle allerdings nicht so richtig passen will. Kein Problem, denn mit Caress Of Mine bahnt sich ein weiterer Höhepunkt von Portal an, der nach mehrmaligem Durchhören zum Lieblingstitel des Hörers avancieren könnte, da er Tales From The Shadows an Vielfalt und Melodienreichtum noch zu toppen vermag. Dying In The Rain beendet dann mehr oder weniger den Ausflug in die verspielteren Gefilde und tendiert wieder in Richtung rohen Death Metal Marke Heathenking. Mit R.A.D.A.R, dem letzten Song der Platte, schliesst sich dann der Vorhang des Portals.

Was die Texte betrifft, so sollen hier nicht allzuviele Worte darüber verloren werden, denn sie sind so gestrickt, dass sie weitgehend für jegliche Interpretationen des Hörers offen bleiben, was eigentlich auch ganz gut ist. Slaine haben mit Portal ein beachtliches Erstlingswerk abgeliefert, das steht jedenfalls fest. An der Produktion könnte man noch ein wenig herumschrauben, aber schliesslich handelt es sich hierbei ja auch um ein Demo. Mit Songs wie Tales From The Shadows oder Caress Of Mine ist man für die Zukunft jedenfalls gut gerüstet. Da fehlt eigentlich nur noch ein gescheiter Plattenvertrag. Wer mehr über Slaine erfahren möchte oder sich Portal bestellen will, der klicke sich über folgenden Link direkt zu Webseite der Band.

Wertung: übel - geht so - ganz nett - ziemlich gut - stark - genial!
Stil: Death Metal im Midtempobereich, mit einigen epischen und hymnischen Ausflügen, äusserst empfehlenswert



Schwermetall (CH)

Kennt ihr Slaine aus Winterthur? Bisher noch nicht? Dann ist's aber höchste Zeit, vor allem wenn ihr auf Schw(eizer)-edischen Death Metal steht! Mit "Portal" haben die Jungs schon vor einiger Zeit auf sich aufmerksam gemacht, obwohl sie in letzter Zeit vor allem live zu sehen sind.

"The Heathenking" nennt sich der Midtempo Opener, der mit einem immer wiederkehrenden Cleangitarrenpart auffält und mit der Zeit immer mehr Freude macht, obwohl er eigentlich nicht wirklich speziell originell ist, er ist sogar eher klassisch aufgebaut. Schon einiges interessanter ist "Tales from the Shadows", eines der ältesten Stücke von Slaine. Die Einstimmung gelingt durch akustische Gitarren und einer gesprochenen Geschichte aus dem Reiche Tolkiens. Ausserergewöhnlich ist dabei auch der Hauch eines Schweizer Dialektes in This' Stimme. Es drängt mich, das Adjektiv zu Genie hinzuschreiben. Dann geht's melodiös und energiegeladen zur Sache. Ein echter Ohrwurm dieses Stück!

Jetzt wird es noch einen Tick düsterer. Mit bewährten Mitteln erzeugt Slaine eine perfide Stimmung. Leider wirkt die tiefe Stimme etwas erzwungen. Interessanterweise hat es auch ruhige Parts in diesem Song.

"Caress of Mine" ist etwas schneller und ungewöhnlich ist die Achterbahnfahrt der Gitarre. Ausserdem wird die Stimme vom Sänger vorübergehend mit einer zweiten Stimme hinterlegt. In den Texten des nächsten Songs "Dying in the Rain" versetzt die Band den Hörer zurück ins 12. Jahrhundert, als die Christen die Wikinger durch kulturellen Genozid auszurotten versuchten. Doch haben sie es geschafft?! Bei Slaine verhelfen die Lyrics eine optimale Stimmung zu erzeugen, sind aber oft recht offen und daher frei zu interpretieren.

Zum Schluss folgt noch ein Instrumental, direkt anschliessend an "Dying in the Rain". Es ist nicht ganz so düster und scheint nicht so dunkel emotional, sondern eher schon freundlich melodiös, aber trotzdem spannend.

Neben dem mysteriösen Cover können praktisch alle sonst auf "Portal" komplett überzeugen, es sind lediglich einige Abzüge auf Grund der Produktion zu machen. Also schaut mal unter www.Slaine.ch rein, es gibt, soviel ich weiss, nur noch wenige Exemplare von “Portal".

6.5/8 Punkten